Jagdschule Köln
- Ihr Weg zum "grünen Abitur"!


„Bläser des jagdlichen Brauchtums“ informieren: 

Die Weidgerechtigkeit (Schreibweise auch Waid.......) ist ein häufig verwendeter Begriff, der heute leider für einige bereits veraltet oder abgenutzt erscheint. Auch im Bundesjagdgesetz (§ 1 Abs. 3 BJG) ist der Begriff "Waidgerechtigkeit" verankert.  Dort heißt es: "Bei der Ausübung der Jagd sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten"!







  • Weidgerecht Jagen, heißt anständig Jagen!
  • Alle Kenntnisse und Fähigkeiten können eine mangelhafte Gesinnung lediglich übertünchen, aber niemals beseitigen. Es werden nachstehend einige Regeln angeführt, was man macht und was nicht:
  • Man schießt kein Wild an der Fütterung.
  • Grundsätzlich ist jedes Wild tierschutzgerecht zu erlegen.
  • Hat man ein Stück krankgeschossen, so ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Nachsuche durchzuführen.
  • Es ist unweidmännisch, auf zu weite Entfernungen auf Wild zu schießen.
  • Man schießt auch kein Stück, welches den Nachbarn anläuft.
  • In Notzeiten ist das Wild artgerecht zu füttern.
  • Als Erleger gilt nach altem Brauch bei Kugelschüssen der, der die erste Kugel so angebracht hat, dass das Wild im Feuer liegt oder bei einer Nachsuche erfahrungsgemäß zur Strecke gekommen wäre.
  • Bei Schrotschuss gilt derjenige als Erleger, der den letzten tödlichen Schuss abgegeben hat, wenn der Schuss nicht als Fangschuss zu werten ist.
  • Schieße erst, wenn du das Stück Wild, dem dein Schuss gilt, genau angesprochen hast und wenn du dich überzeugt hast, dass durch den Schuss niemand gefährdet wird.
  • Der Kugelschuss auf gesundes Wild, spitz von hinten abgegeben, ist unwaidmännisch.
  • Jedes Stück Schalenwild wird mit dem Haupt nach vorne geschleppt, getragen oder gefahren.
  • Der Jagdherr überlässt für gewöhnlich den Kopfschmuck des erlegten Wildes und die auf der Jagd erlegten Auer- und Birkhähne sowie die Grandeln des Rotwildes, den Bart des Gamswildes, die Waffen des Schwarzwildes sowie die sonst üblichen Erinnerungsstücke der einzelnen Wildarten dem Erleger unentgeltlich.
  • Das Jägerrecht (das Geräusch, Hirn und Lecker) erhält eben so in der Regel der Erleger, wenn er das Stück selbst aufbricht; sonst der, der das tut.



Hauptbruch:
Der Hauptbruch sollte mindestens Armlang sein. Um ihn auffälliger zu machen wird dieser Bruch mit dem Waidmesser blank befegt (Rinde wird abgeschabt). Er hat die Bedeutung “Achtung” und soll dem Jäger sagen er soll auf weitere Zeichen achten. Auch kann er auffällig in Augenhöhe aufgehängt werden. Ein Hauptbruch wird mit anderen Brüchen in Kombination gelegt die den Jäger weiter führen.


Warnbruchbruch:
Für dem Warnbruch wird ein Bruch komplett von seinen Seitentrieben befreit und zu einem Kreis gebogen aufgehängt. Dies soll dem Jäger vor eine mögliche Gefahr warnen wie z.B. eine Falle, unsicherer Hochsitz etc.


Anschussbruch:
Der Anschussbruch ist ein Zweig der unbearbeitet ist und senkrecht in den Boden gesteckt wird. Es soll die Stelle markiert werden an dem der Jäger das Stück Wild angeschossen hat. So kann diese stelle schnell für Jäger und Hundeführer wiedergefunden werden. Ebenso kann er nicht von Sturm, Regen oder Schnee bedeckt werden. Oftmals wird dieser Bruch in Kombination mit anderen Brüchen gelegt wie z.B. der Fährtenbruch um die Fluchtrichtung des Stück zu markieren.


Inbesitznahmebruch:
Der Inbesitznahmebruch oder auch Aneignungsbruch genannt. Hierzu wird ein Zweig auf der Ein- oder Ausschussstelle gelegt der die Stelle bedecken soll. Der Bruch ist etwa halb-armlang und unbearbeitet. Für diesen Bruch gilt die Regel: Bei einem männlichen Stück zeigt die gebrochene Seite zum Haupt (Kopf) und bei einem weiblichen die gewachsene Seite. Das erlegte Wild wird auf die rechte Seite gelegt.


Der letzte Bissen:
Der letzte Bissen ist ein unbearbeiteter Zweig, der dem erlegten Wild quer in den Äser (Maul) gelegt wird. Dies symbolisiert die letzte Mahlzeit vor dem Tod. Der Brauch des Letzten Bissens, ein Bruch in den Äser bzw. Gebrech bei männlichen Tieren, geht auf die Frühzeit zurück und bedeutet soviel wie die Versöhnung mit dem erlegten Tier und der Natur. Ursprünglich wurde der Letzte Bissen nur dem männlichen Schalenwild gegeben. Mittlerweile ist er aber oft auch bei weiblichem Wild und auch beim Birkwild, sowie beim Murmeltier zu sehen. Der Jäger hat das Wild in Besitz genommen und zeigt damit an, dass das Stück rechtmäßig erlegt ist. Der Letzte Bissen ist eine Form der Respektbezeugung gegenüber dem gestreckten Wild.

Leitbruch:
Der Leitbruch hat nur noch eine halbe Armlänge aber ist ebenso befegt wie der Hauptbruch. Die Rinde zwischen den Nadeln oder Blättern wird entfernt. Sein gewachsenes Ende zeigt in der Richtung, in die es den Jäger weisen soll. Die Leitbrüche werden so ausgelegt, das man immer den nächsten Bruch sehen kann.

Trauerbruch:
Der Trauerbruch ähnelt dem Schützenbruch. Der unbenetzte Bruch wird an der linken Hutseite mit den Blättern oder Nadeln nach innen hin getragen. Bei einer Beerdigung eines Jagdkameraden wird der Hut vor dem Grab abgenommen und der Trauerbruch ins offene Grab geworfen.

Das letzte Bett:

Am Sammelplatz der Jäger wird die gemeinsam gemachte Beute (Strecke) auf ein Bett von Brüchen gelegt. Häufig sieht man bei größeren Strecken auch nur eine Umrandung mit Brüchen. Dazu werden an den ecken Fackeln aufgestellt.